Freitag, 13. November 2009

Ich bin ein Wirtschaftsflüchtling

Ich habe lange keinen Blog-Eintrag mehr geschrieben, heute ist es mir aber ein großes Anliegen mich zu outen:

Ich bin ein Wirtschaftsflüchtling!

Als Letzter am Freitag Abend im Büro sitzend höre ich Jamie Cullum's Gran Torino und lese bestürzt diese ORF-Schlagzeile 
Das Bundesasylamt will nicht ausschließen, dass Nurie Zogaj selbstmordgefährdet ist. Das stehe jedoch einer Abschiebung der Familie in das Kosovo nicht im Weg, schrieb die Behörde den Zogajs.

Genau wie Arigona Zogajs Familie bin auch ich aus meinem Heimatland geflüchtet um in einem anderen Land nach Größerem zu streben, wo die Umstände (noch) besser waren, als wo ich herkam. Bei mir war das eben die ausgezeichnete Uni-Ausbildung in den USA (jaaaaa, es macht einen Unterschied ob dein Professor dich und 14 andere oder dich und 500 oder in meinem konkreten Fall 30 andere betreut) und jetzt schon über ein Jahr in Irland bei einem international agierenden Unternehmen zu arbeiten. Anders ausgedrückt: ich bin Österreicher, zahle dort keine Steuern, Arigona ist Kosovarin, ihre Eltern haben bis zur ersten Abschiebung Steuern gezahlt.

Österreich sollte sich glücklich schätzen, dass es sich den Wohlstand selbst erarbeitet hat. Die Kriegsgeneration und jene danach hat fleißig gearbeitet, sich für die Demokratie verfechtet. Österreich sollte also stolz sein, dass es mehr Zogajs gibt als Christophs; mehr, die ins Land kommen und arbeiten wollen, als aus dem Land verschwinden.

Die wahre Frechheit in diesem besonderen "Fall Zogaj" ist jedoch die Dauer des Asylverfahrens. Dass es ein Regulativ (den Asylsenat) und ein System braucht, soll (noch!) so sein. Dass aber nach einer ungenau ausgeführten "Aktenabwicklung" und nach einer vollständigen Integration eine Zwangsdeportation stattfindet, ist absolut hart. Mag zwar das Gesetz sein -- dann frage ich mich aber, warum es kein Gesetz gibt, das vorschreibt, dass nach über 2-3 Jahren Asylprozess in einem Land und einer erwiesenen Integration eine automatische Aufenthaltsgenehmigung erfolgt.

Viel mehr sollte es doch im Interesse Österreichs (und auch des Restes Europas) liegen, dass erst gar keine Flüchtlinge (ob wirtschaftlicher, politischer oder sonstiger Natur) gibt. Anstatt für den Aufenthalt von Flüchtlingen aufkommen zu müssen, weil sie keinen Job bekommen (würden sie doch sonst Österreichern den Job wegnehmen), ist das österreichische Steuergeld noch besser investiert, wenn wir es direkt vor Ort in deren Bildung, Ausbildung, Bildung, Landwirtschaft, Bildung, Wirtschaft, Bildung, Justizsystem und Bildung anderer Menschen anlegen. Habe ich schon gesagt, dass es vielleicht vor Ort in die Bildung der Menschen investiert werden sollte?

Darum, danke dass es die EU gibt! Ohne sie hätten wir noch immer eine viel stärkere Kluft im Nationen-Nationen-Denken. Ohne sie gäbe es keine regionalen Förder-Töpfe, die (zur Zeit noch) ärmeren Regionen unter die Arme greift. Selbst von einem wirtschaftlichen Standpunkt macht die Förderung von Nachbarstaaten Sinn. Kann sich denn noch jemand an den Marshall-Plan erinnern bzw. an die Geschichtsstunde, in der dieser durchgenommen wurde?

Einen ähnlichen Vorschag habe ich übrigens auch was die Integration von "Ausländern" betrifft, die allerdings schon legal und länger in Österreich sind, aber noch nicht integriert sind. Wir Österreicher müssen verstehen, warum sie gekommen sind, was die Bedürfnisse sind, auf sie offen zugehen und sie einladen im Chor mitzusingen, gemeinsam mit ihnen im Zuge einer "Bergfreunde"-Aktion am Sonntag auf die Hohe Wand zu klettern oder -- für die ganz Wagemutigen -- sogar Türkisch von einem Native Speaker zu lernen, diese brachliegende Chance wahrzunehmen und dann wie Attila Dogudan durch die Sprachenkenntnis wirtschaftlich erfolgreich im Ausland tätig zu sein. Man wäre erstaunt, wie viel durch positive, offene Kommunikation erreicht werden kann; wenn erst mal die österreichische Eigenart des Grantelns, Raunzens abgelegt wäre.

Wann kommt endlich die Zeit, in dem ich in an jenem Ort arbeiten und leben kann, wo ich am meisten weiterbekomme? Wann kommt die Zeit, wo fleißige Menschen aus armen Ländern in anderen ihr Glück versuchen dürfen?

Mittlerweile habe ich mir Gran Torino zum (sicher verzählten) 26ten Mal angehört und hoffe echt, dass es bald mehr Walt Kowalskis in Österreich und dieser Welt gibt, die die wahren Werte in Menschen erkennen und nicht nach den Buchstaben eines Pass-Deckblattes gehen.

Montag, 10. August 2009

Nelson Mandela vs. Disney

You think you own whatever land you land on
Earth is just a dead thing you can claim

You think the only people who are people
Are the people who look and think like you
But if you walk the footsteps of a stranger
You learn things, you never knew

Come run the hidden trails of the forest
Come taste the sun-sweet berries of the earth
Come roll in all the riches all around you
And for once never wonder what they're worth

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Our deepest fear is not that we are inadequate.
Our deepest fear is that we are powerful beyond measure.
It is our light, not our darkness, that frightens us most.
We ask ourselves, ‘Who am I to be brilliant, gorgeous, talented, and famous?’
Actually, who are you not to be?
You are a child of the Universe.
Your playing small does not serve the world.
There is nothing enlightened about shrinking so that people won’t feel insecure around you.
It’s not just in some of us; it’s in all of us.
And when we let our own light shine, we unconsciously give other people permission to do the same.
As we are liberated from our own fear, our presence automatically liberates others.”


Which one is whose?

Mittwoch, 15. Juli 2009

Damit i keine Schimpfa bekomm...

Wars in der Vergangenheit doch so, dass ich ob des Fehlens regelmaesziger Blog-Beitraege waehrend eines Oesterreich-Abstechers gut und gern ein halbes dutzend Mal eben darauf angesprochen wurde, soll mir dieses Hoppsala kein weiteres Mal passieren.

Somit ist eine Frage schon beantwortet: Wann kommst du nach Hause? Am Donnerstag. Werde 12 Tage in der Heimat sein, Geburtstag vorfeiern (bin im August nicht in Oesterreich, weil im September in den USA), aber auch arbeiten.

Kommen wir also zum zweiten Dauerbrenner: Was machst du so den ganzen Tag? Wuzeln, in Bean Bags liegen, gratis in der Firma essen, am Abend die Kehle anfeuchten oder Grillen gehn.
Besondere Highlights der letzten Wochen: Mehrfaches Grillen auf saemtlichen Daechern Dublins, Wehrsportuebungen ausfuehren (jetzt weisz ich wieder, warum ich alles Militaristische verabscheue), Filme zuhauft sehen, Mama empfangen und nach Connemara fahren (oh, wie geil war das...), Urlaub fuer September buchen, ja und hin und wieder auch arbeiten (laesst sich ja nicht vermeiden). (Randnotiz: Hab sicher wieder etliches vergessen zu erwaehnen, weil ich ja schon so lange nicht mehr geschrieben habe)

Wer auch Fotos sehen moechte, kann mich ja auf Facebook "adden" (der Ausdruck wird auch sicher bald im Duden landen) und dann weitere Fotos sehn ;-)

Zum Abschluss noch ein Video, das vor mittlerweile 2 Jahren gemacht wurde: ICH beim Aussteigen aus einem Flugzeug...... DAS in 4000 Metern Hoehe gerade unterwegs ist. Sehr cool gestaltet (nicht von mir also ;-)



Und jetzt freue ich mich schon auf meinen Heimatflug, der mich diesmal mit Ryanair ueber Gatwick fuehrt. Hoch lebe Trapattoni fuer seine Weisheit (Praedikat: Seeeeehr lustig!)

Mittwoch, 01. Juli 2009

The Long Tailpipe - Shai Agassi's Blog

The Long Tailpipe - Shai Agassi's Blog

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Dienstag, 16. Juni 2009

Was Menschen glücklich macht

Eine Langzeitstudie (nämlich 72 Jahre lang) mit 268 Menschen hat untersucht, was Menschen glücklich macht und warum sie glücklich sind. Sie wurden seit den 30er-Jahren von der Studie begleitet, zum Teil bis in den Tod.

Der Studienleiter--er hat selbst einmal von einem Vorgänger übernommen--hat jetzt in 6 Minuten vor der Kamera erzählt, was die Ergebnisse sind. Prädikat: wirklich sehenswert!



Mehr Infos dazu hier im "The Atlantic"-Artikel.

Sonntag, 07. Juni 2009

Denglisch

In four Stunden stehe ich auf, zwei Hours später sitze ich im Plane nach Dublin. Nach viel zu schnell vergangenen 4 Tagen in Austria und einigen auch tiefgehenderen Gesprächen (auf die ich ja voll steh = they're awesome) ist mir eines aufgefallen. Mein Denglisch wird unfortunately immer besser.

Drum hier ein Clip, den ich gerade von einer Googler-Kollegin auf YouTube gesehen hab. Thx Yana!° Ich find ihn echt genial! Check it out!



Vielen Dank allen, die meinen Visit wieder sehr ausgefüllt (zeit- und inhalts- wie herzvoll) gestaltet habe. C Ya!

Montag, 27. April 2009

Doodle continued

Ich war heut wieder auf meiner Lieblingsseite im Internet:

  
Das muss man sich schon mal trauen: derart viel Vertrauen auf die Wiedererkennung des Firmenlogos haben. Ich find's geil!
Warum heute? Siehe hier.

Christophs Bilder

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